Der Mittelpunkt der nordwestlichen Batschka ist die Stadt Baja, am Hochgestade der Donau gelegen. Sie soll in der Zeit Karls des Großen, 801 oder 803, gegründet worden sein. Nähere Angaben fehlen und erst 1260 heißt es in einer Urkunde "Francovilla, alias Baja". Recht bescheiden im Mittelalter und während der Türkenzeit, hatte der Ort, als er in habsburgische Hand fiel, kaum 20 Häuser. Aus strategischen Gründen siedelte der Hofkriegsrat noch während der Dauer der Feindseligkeiten Gewerbetreibende und Bauern an, um eine gute Etappe an der Donau zu haben. Die Stadt entwickelte sich außerordentlich schnell, so daß man sie scherzweise auch Klein-Pest nannte. Der Verkehr auf der Donau, der Umschlag von Holz und Getreide, die Erzeugnisse der Handwerker machten Baja zu einer reichen Stadt. Die Straßen und Häuser haben städtisches Aussehen, und noch Ende des 18. Jahrhunderts tagte die Komitatsversammlung lieber in der schönen Stadt Baja als im vernachlässigten Dorf Sombor. Der Bau der Eisenbahnen verlagert den Verkehr, und so blieb Baja Ende des 19. Jahrhunderts hinter den anderen Städten zurück. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Baja zum Verwaltungssitz des Restkomitats Batsch-Bodrogh, heute ist es eine ruhige Schulstadt, in der es auch ein deutschsprachiges Gymnasium und eine deutschsprachige Lehrerbildungsanstalt gibt. Viele Pensionisten setzen sich in Baja zur Ruhe. Diese Stadt ist noch nicht vom Lärm der Neuzeit erfaßt, und an der Donau gibt es lohnende Ziele für Spaziergänger. 21

(Heinrich Stephan)